Treffen mit der Architektin Brigitte Throm-Leistner am 31.08.14:

01 Waldeck K1600 DSC 0087Sie stellte mir ihr Konzept für ein Demenz-Dorf vor. Hierbei handelt es sich um eine Einrichtung, die ganz auf Menschen mit Demenz eingestellt ist. Eine der ersten Anlagen ist niederländischen De Hogeweyk entstanden. Für das Jahr 2050 gehen Studien von 2,6 Millionen Demenzkranken in Deutschland aus. Viele Familien sind von der kräftezehrenden Aufgabe der Pflege überfordert, Pflegeheime stoßen schon heute an ihre Kapazitätsgrenzen. Hier gilt es rechtzeitig nach neuen Konzepten zu suchen.

 

Neue Idee zur Betreuung und Pflege von Dementen in Pohlheim

Architektin Brigitte Throm-Leistner spricht mit Bürgermeisterkandidat Dr. Andreas Viertelhausen

Pohlheim ( ) Ein interessantes Gespräch führte Bürgermeisterkandidat Dr. Andreas Viertelhausen mit der im Stadtteil Hausen wohnenden Architektin Brigitte Throm-Leistner. Sie ist in Pohlheim durch ihr Projekt „Ärztehaus“ und ihr politisches Engagement als frühere FDP Stadtverordnete bekannt. Seit längerem beschäftigt sie sich mit dem Thema „altengerechte Wohnungen“. Einen besonderen Stellenwert misst Sie den Wohnungen zu, in denen an Demenz erkrankte Menschen leben. Die Gruppe der Menschen mit Demenz nimmt zu und liege zur Zeit zwischen einem und 1,5 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung. Bezogen auf Pohlheim mit rund 18000 Einwohnern seien daher niedrig geschätzt etwa 100 bis 150 Einwohner von Demenz betroffen. Demenz Erkrankte bedürfen besonderer Pflege rund um die Uhr, die in der eigenen Familie und den eigenen vier Wänden in der Regel kaum oder nur unter starker Belastung der eigenen Angehörigen zu leisten sei, führte Throm-Leistner aus. Pflegedienstleistungen, die die familiären Leistungen ergänzten, reichten in den meisten Fällen nicht aus. Demgegenüber würden demente Menschen in herkömmlichen Altenheimen keine Demenz gerechte Betreuung erfahren. Abhilfe in diesem Bereich könne durch neue Einrichtungen mit demenzgerechten Wohnungen und dafür qualifizierter Betreuung geschaffen werden. Ein Areal, auf dem solch ein zukunftsweisendes Projekt realisiert werden könne und von der Flächengröße her passe, ist das „Waldeck“ gegenüber dem Pohlheimer Hallenbad und Tennisclub. Dort war schon einmal ein Pflegeheim geplant, dessen Realisierung durch Insolvenz scheiterte. Leider war Throm-Leistner im Gespräch der jetzige Besitzer dieses Grundstückes nicht bekannt. Um Viertelhausen ihre Vorstellungen zu verdeutlichen, zeichnete sie eine Skizze mit flachen Häusern und Gärten auf dem über einen Hektar großen Grundstück. Hier könnten an Demenz erkrankte Menschen in Wohngruppen gemeinsam betreut und umsorgt werden. Vielversprechende Modelle in Holland und Deutschland hätten gezeigt, dass Demente in solchen Hausgemeinschaften zufrieden und glücklich leben würden. Als medizinischer Experte ergänzte Dr. Manfred Leistner die Ausführungen seiner Ehefrau und sagte: “Infolge der angemessenen Betreuung und der guten Lebenssituation der Dementen in betreuten Wohngruppen, verringere sich deutlich die Verabreichung von Medikamenten. Als Begleiterscheinung würden die Kosten in solchen speziellen Betreuungseinrichtungen niedriger ausfallen als in bestehenden Alten- und Pflegeeinrichtungen.“ Nach dem für Viertelhausen sehr aufschlussreichen Gespräch, zeigte Throm –Leistner dem Bürgermeisterkandidaten die Fläche „Waldeck“. Die Gesprächspartner waren sich einig, dass die Idee der Pohlheimer Architektin mit Einbeziehung des jetzigen Grundstücksbesitzers und interessierter Investoren eine gute Maßnahme zur Infrastrukturverbesserung in Pohlheim wäre.

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Bild: Architektin Brigitte Throm-Leistner erklärt dem Bürgermeisterkandidaten Dr. Andreas Viertelhausen vor Ort am „Waldeck“ ihre Idee der Betreuung von Dementen in einer den Bedürfnissen angemessenen Wohnanlage

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